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INFORMATIONEN ZUM BERUFSVERBAND

VDLS – der Verband für LogopädInnen, Sprach- und SprechtherapeutInnen mit Basis-Demokratie!
ZIELE – STATUTEN – SATZUNG

UNSERE ZIELE

OFFEN

Dieser Verein ist aus der von Manfred Herbst initiierten Facebookgruppe „Die Logos“ entstanden. Anfang 2019 waren in diesem Forum bereits annähernd 6.500 Fachkolleg/innen registriert. In der Facebookgruppe wurden und werden auch zukünftig alle berufspolitischen und fachlichen Dinge, die in irgendeiner Form die Tätigkeit in logopädischen Praxen betreffen, offen und für alle Fachkolleg/innen transparent nachvollziehbar kommuniziert und diskutiert.

DIREKT

In den Beiträgen der Forumsmitglieder wurden immer wieder vor allem die unzureichenden, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für logopädische Praxen kritisiert.  In Folge dieser Schieflage sind auch viele angestellte Sprach- und Sprechtherapeuten trotz hoher fachlicher Qualifikation zurzeit nicht in der Lage, allein auf der Basis dieses Berufes eine sichere Existenz und eine ausreichende Altersversorgung zu erwirtschaften. Dies kann mit dem – VDLS Ertragsrechner leicht nachvollzogen werden. Den etablierten Berufsverbänden ist es als Verhandlungspartner mit Krankenkassen, Ärzten und Fachärzten bislang nicht gelungen, angemessene Vergütungen für logopädische Therapieleistungen und Kostenerstattungen für Fortbildungen und die Bereithaltung des Praxisbetriebes zu erstreiten. Mit der direkten Verbindung von der Basis (der Facebookgruppe „Die Logos“) über die gesetzlich notwendige Form des Vereins (VDLS e.V.) wollen wir  nun die Wünsche, Nöte und Forderungen unseres Berufsstandes direkt und ohne zeitlich, formale oder organisationsbedingte Verzögerungen auf die Verhandlungstische bringen.

PRAXISNAH

Große Verbandsstrukturen mit Vertreter/innen, die selbst nicht mehr täglich mit beiden Beinen im Praxisalltag stehen, sind immer in der Gefahr, den Kontakt zum Alltagsgeschehen zu verlieren. Strategien und Zielformulierungen, die zunächst „hinter verschlossenen Türen“ vorbereitet und lediglich mit einer kleinen Anzahl ausgewählter Funktionäre abgestimmt werden, entfernen sich immer weiter vom Willen der Vereinsbasis. So mancher Verband wird inzwischen als unnahbarer, anonymer und nicht wirklich effektiver Apparat empfunden.

Wir werden dem ein anderes, neues Konzept entgegensetzen, das wir in der Vereinssatzung und in unseren Statuten dokumentiert haben.

In der Facebook-Gruppe werden wir direkt und ohne Verzug wichtige Informationen veröffentlichen, bewerten und mit den Forumsmitgliedern diskutieren. Umgekehrt werden wir als VDLS e.V. stets sofort und ohne Verzug über Vorkommnisse und Erfahrungen informieren.

Der Verein VDLS e.V.

Der Verein VDLS e.V. ist als Instanz erforderlich, um z.B. als formal anerkannter Verhandlungspartner „auf Augenhöhe“ mit den Krankenkassen verhandeln und eine wirksame Lobbyarbeit aufbauen zu können. Ein Verein braucht eine minimale Finanzausstattung. Diese wollen wir über den Monatsbeitrag ab 1,00 Euro, der auch für Schüler und Studenten finanzierbar ist, erwirtschaften. Die Mitgliedschaft im Verein sehen wir aber vor allem als Handlungsauftrag und Bestätigung für unser Konzept „Facebook-Gruppe + Verein“. Diejenigen, die uns über ihre Mitgliedschaft ihr Vertrauen aussprechen und den Verein finanziell unterstützen, werden wir auf dieser Website den Zugang zu einem Bereich mit gemeinsam aufgebautem „Schwarmwissen“ ermöglichen, in dem bestimmte Informationen schneller und komfortabler als in der Facebookgruppe zu finden sein werden.

UNSERE STATUTEN

Statuten: Verband Deutscher Logopäden und Sprachtherapeutischer Berufe – VDLS

ZIELE UND FORDERUNGEN

  • Angemessene Vergütung von angestellten Therapeuten durch Weitergabe von Preiserhöhungen
  • 50% Einkommenszuwachs in den nächsten drei Jahren
  • Vereinheitlichung der Vergütungen bundesweit. Keine Ost- / West- / Nord-/ Süd- Gefälle bei den Kassensätzen.
  • Direktzugang aller Patienten zu logopädischen Leistungen (über die Blankoverordnung als wichtige Zwischenstufe)
  • Ausbildungsvergütung und staatliche Förderung (Schulgeld) für die Ausbildung unserer Berufsgruppe an Schulen und an Hochschulen
  • Vereinheitlichung der Berufsbilder „Logopäd/in“ und „Akademische/r Sprachtherapeut/in“ durch identische Ausbildungsinhalte
  • Vergütung der Vollzeit-Verfügbarkeit, der Pflichtfortbildungen und der Vor- und Nachbereitungszeiten.
    Alternativ Abschaffung dieser Leistungen, die zurzeit ohne Gegenleistungen erbracht werden.
  • Schaffung einer Beschwerdestelle für Heilmittelerbringer, die angerufen werden kann, wenn Ärzte willkürlich gegen die HMR verstoßen und eine indizierte Behandlung verweigern.
  • Gemeinsam mit den Kassen erarbeiteter Absetzungskatalog. Erbrachte Leistung = Vergütung und Beratung vor Absetzung.
  • Vereinfachung der Abrechnungsverfahren.
  • Abschaffung von Wettbewerbsbenachteiligungen niedergelassener Praxen durch unterschiedliche Zulassungsvoraussetzungen in KiTas und öffentlichen Einrichtungen.

PROFIL UND PHILOSOPHIE

  • Der Verein vertritt ausschließlich die Interessen und Belange seiner Berufsgruppe.
  • Der Verein führt die Interessenvertretung seiner Mitglieder bei den Verhandlungspartnern im Gesundheitssystem durch.
  • Aufgrund der hohen Mitgliederzahlen im Forum und den damit verbundenen Umfragen kann der Verein für sich in Anspruch nehmen, deutlich repräsentativer als jede andere Berufsvertretung aufzutreten. Zudem werden in anderen Verbänden so gut wie nie Mitgliederbefragungen durchgeführt
  • Über das Forum wird unser Verein dagegen stets den direkten Dialog zwischen der Basis (6.500 Forums-Mitglieder) und dem Verein sicherstellen
  • Der Verein und seine Mitglieder fördern den Zusammenhalt innerhalb der Berufsgruppe und betreiben kein Denunziantentum gegen Berufskolleginn/en
  • Der Verein wird in seiner Struktur schlank bleiben und direkt und unmittelbar für alle Angehörigen der Berufsgruppe erreichbar sein. Zu diesem Zweck werden regelmäßige Umfragen sowohl vom Verein als auch von den Mitgliedern des Forums „Die Logos“ in der Facebookgruppe eingestellt.
  • Weiter sollen die Möglichkeiten der Diskussion und Information als Basis für einen schnellen Austausch und der zukünftigen Ausrichtung des Vereins genutzt werden. Meinungen und Informationen werden innerhalb von Minuten und für alle Interessierten offen und transparent sichtbar transportiert.
  • Der Verein wird im Beitrag günstig sein und bleiben. Die wird u.a. erreicht durch die konsequente Nutzung elektronischer Kommunikationswege und Abstimmungsverfahren.
  • Der Verein soll ausschließlich den Interessen seiner Mitglieder nützen sein. Kooperationen mit Anbietern und Dienstleistern kommen ausschließlich den Mitgliedern zugute und nicht der Vereinskasse.
  • Beratungsleistungen, die über öffentliche Diskussionen im Forum hinausgehen, werden nur gegen Gebühr erbracht. Denkbar wären Existenzgründungs- und wirtschaftliche Beratungen, Hilfestellung bei der Interpretation von Vorschriften usw.
  • Eine Rechtsberatung wird über spezialisierte, niedergelassene Fachanwälte sehr günstigen Sätzen angeboten.

Viele Forderungen erscheinen hoch oder auch weit weg. Jedoch orientieren sich unsere Vorstellungen an den derzeitigen Entwicklungen im Gesundheitssystem, insbesondere dem Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung HHVG (Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz).

Für Verhandlungen gilt ein existenzieller Grundsatz: Wer Forderungen selbst für unerfüllbar hält, sollte gar nicht erst an den Verhandlungstisch gehen, denn er wird scheitern. Unsere Ziele dagegen sind gerecht, angemessen und realisierbar.

Angestellte und Auszubildenden werden vielleicht denken, dass diese Forderungen nicht gerade im Mittelpunkt ihres Interesses stehen. Bitte bedenkt aber, dass rund 90 % der Sprachtherapeuten in Praxen angestellt sind. Mit 50 % Mehreinkommen in den Praxen lassen sich endlich auch höhere Einkommen für die Angestellten darstellen!

Dafür machen wir uns stark!

Unser Ziel sind spürbar bessere Bedingungen für alle Vereinsmitglieder.

UNSERE SATZUNG

Satzung

Verband Deutscher Logopäden und Sprachtherapeutischer Berufe

VDLS

Stand 19.06.2020

VDLS Satzung herunterladen (PDF)

Lesen Sie die Satzung

§ 1 Name und Sitz
Der Verein führt den Namen

Verband Deutscher Logopäden und Sprachtherapeutischer Berufe

Er soll in das Vereinsregister eingetragen werden und trägt dann den Zusatz „e.V.“

Der Sitz des Vereins sowie der Sitz des / der ersten Vorsitzenden / e ist Simmerath.

§ 2 Geschäftsjahr
Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 3 Zweck und Aufgaben des Vereins
Zweck und Aufgaben des Vereins sind:

  • Vertretung der Mitglieder und Wahrung ihrer Interessen
  • Unterstützung der Mitglieder durch Information und Erläuterung zu praxisrelevanten und rechtlichen Bestimmungen und Neuerungen
  • Förderung des Berufsstandes der Sprachtherapeuten
  • Verbesserung des Zugangs der Bevölkerung zur Sprachtherapie
  • Förderung des öffentlichen Bewusstseins für die Möglichkeiten der Logopädie und deren Behandlungsbereiche

§ 4 Mittelverwendung
Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden.

§ 5 Verbot von Begünstigungen
Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 6 Aufwandsentschädigung und Vergütung
Die Mitglieder des Vorstandes, die Mitglieder und Nichtmitglieder können für ihre Tätigkeit eine angemessene Vergütung erhalten. Über die Höhe und Zahlung entscheidet der Vorstand mit Beschluss. Die Mitglieder des Vorstandes, die Mitglieder und Nichtmitglieder erhalten Ersatz für alle notwendigen Auslagen nach § 670 BGB. Das Kontrahierungsverbot nach § 181 BGB besteht für Mitglieder des Vorstandes nicht.

§ 7 Erwerb der Mitgliedschaft
Vereinsmitglied können Logopäden und Angehörige vergleichbar ausgebildeter Berufe werden, sowie Personen, denen nach § 124 SGB V eine Kassenzulassung im Bereich der Stimm – Sprich – und Sprachtherapie zusteht. Personen ohne diese Voraussetzungen können Fördermitglied werden. Ihnen steht jedoch kein Stimmrecht zu.“ Der Aufnahmeantrag erfolgt elektronisch.
Über den Aufnahmeantrag entscheidet der Vorstand.
Gegen die Ablehnung, die keiner Begründung bedarf, steht dem/der Bewerber/in die Berufung an die Mitgliederversammlung zu, welche dann endgültig entscheidet.

§ 8 Beendigung der Mitgliedschaft
Die Mitgliedschaft erstreckt sich zunächst auf das Kalenderjahr. Wird sie nicht bis zum 30.09 gekündigt, dann verlängert sich die Mitgliedschaft um ein weiteres Jahr.
Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Ausschluss, Tod des Mitglieds oder durch die Auflösung der juristischen Person.
Der Austritt erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber einem vertretungsberechtigten Vorstandsmitglied. Ein Ausschluss kann nur aus wichtigem Grund erfolgen. Wichtige Gründe sind insbesondere ein die Vereinsziele schädigendes Verhalten, die Verletzung satzungsmäßiger Pflichten oder Beitragsrückstände von mindestens einem Jahr. Über den Ausschluss entscheidet der Vorstand. Gegen den Ausschluss steht dem Mitglied die Berufung an die Mitgliederversammlung zu, die schriftlich binnen eines Monats an den Vorstand zu richten ist. Dem Mitglied bleibt die Überprüfung der Maßnahme durch Anrufung der ordentlichen Gerichte vorbehalten. Die Anrufung eines ordentlichen Gerichts hat aufschiebende Wirkung bis zur Rechtskraft der gerichtlichen Entscheidung.

§ 9 Beiträge
Von den Mitgliedern werden Beiträge erhoben. Die Beiträge werden zum 01.01. eines Jahres im Voraus fällig. Der Vorstand kann den Jahres- Mitgliedsbeitrag bis zu einer Höhe von 190 € bestimmen. Höhere Beiträge müssen durch die Mitgliederversammlung bestimmt werden. Der Vorstand kann eine Aufnahmegebühr von bis zu 150 € für selbstständige Bewerber einer Mitgliedschaft bestimmen.

§ 10 Organe des Vereins
Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand.

§ 11 Mitgliederversammlung
Die Mitgliederversammlung ist das oberste Vereinsorgan. Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere die Wahl und Abwahl des Vorstands, Entlastung des Vorstands, Entgegennahme der Berichte des Vorstandes, Wahl der Kassenprüfern/innen, Festsetzung von Beiträgen und deren Fälligkeit, Beschlussfassung über die Änderung der Satzung, Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins, Entscheidung über Aufnahme und Ausschluss von
Mitgliedern in Berufungsfällen sowie weitere Aufgaben, soweit sich diese aus der Satzung oder nach dem Gesetz ergeben.

Ein Mal in jedem Geschäftsjahr findet eine ordentliche Mitgliederversammlung statt. An Stelle der persönlichen Anwesenheit zu einer Mitgliederversammlung werden ein vom Verein unterhaltenes Internetforum sowie elektronische Abstimmungsverfahren eingesetzt. Dies soll sicherstellen, dass möglichst alle Mitglieder des Vereins an Abstimmungen teilnehmen können, also auch diejenigen, die ansonsten aufgrund einer kostspieligen Anreise zum Versammlungsort daran gehindert wären.

Der Vorstand ist zur einer außerordentlichen Mitgliederversammlung verpflichtet, wenn mindestens ein Drittel der Mitglieder dies unter Angabe von Gründen verlangt.

Die Mitgliederversammlung wird vom Vorstand unter Einhaltung einer Frist von einem Monat unter Angabe der Tagesordnung einberufen. Die Frist beginnt mit dem auf die Absendung des Einladungsschreibens folgenden Tag.

Das Einladungsschreiben gilt als den Mitgliedern zugegangen, wenn es an die
letzte dem Verein bekannte Mailadresse gerichtet war.

Die Tagesordnung ist zu ergänzen, wenn dies ein Mitglied bis spätestens 2 Wochen vor dem angesetzten Termin schriftlich beantragt. Die Ergänzung ist zu Beginn der Versammlung bekannt zumachen.

Anträge über die Abwahl des Vorstands, über die Änderung der Satzung und über die Auflösung des Vereins, die den Mitgliedern nicht bereits mit der Einladung zur Mitgliederversammlung zugegangen sind, können erst auf der
nächsten Mitgliederversammlung beschlossen werden.

Die Mitgliederversammlung ist ohne Rücksicht auf die Zahl der teilnehmenden Mitglieder beschlussfähig.

Die Mitgliederversammlung wird von einem Vorstandsmitglied geleitet. Zu Beginn der Mitgliederversammlung ist ein Schriftführer zu wählen. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Bei Abstimmungen entscheidet die einfache
Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Satzungsänderungen und die Auflösung des Vereins können nur mit einer Mehrheit von 2/3 der stimmberechtigten Mitglieder beschlossen werden. Stimmenthaltungen und ungültige Stimmen bleiben außer Betracht. Über die Beschlüsse der Mitgliederversammlung ist ein Protokoll anzufertigen, das vom Versammlungsleiter und dem Schriftführer zu unterzeichnen ist.

§ 12 Vorstand
Der Vorstand im Sinn des § 26 BGB besteht aus dem/der 1. und 2. Vorsitzenden und dem/der Kassierer/in sowie 1 Beisitzer. Sie vertreten den Verein gerichtlich und außergerichtlich. Zwei Vorstandsmitglieder vertreten gemeinsam, der erste Vorsitzende allein. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung auf die Dauer von 4 Jahren gewählt.
Vorstandsmitglieder können nur Mitglieder des Vereins werden. Eine Wiederwahl ist zulässig.
Der Vorstand bleibt so lange im Amt, bis ein neuer Vorstand gewählt ist. Bei Beendigung der Mitgliedschaft im Verein endet auch das Amt als Vorstand.

§ 13 Kassenprüfung
Die Mitgliederversammlung wählt für die Dauer von einem Jahr eine/n Kassenprüfer/in. Diese/r darf nicht Mitglied des Vorstands sein. Eine Wiederwahl ist zulässig.

§ 14 Elektronische Kommunikation und Abstimmungsverfahren

Damit die Kosten und somit die Beiträge gering gehalten werden können, wird innerhalb des Vereins die Möglichkeit der elektronischen Abstimmung, der Mitgliederbefragung und Benachrichtigung per Mail genutzt. Dies gilt auch für Beitrittserklärungen, Kündigungen usw.

§ 15 Auflösung des Vereins
Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins fällt das Vermögen des Vereins an
eine dann zu bestimmende mildtätige Organisation.

Simmerath, den 19.06.2020

VDLS POSITIONSPAPIERE

Zeit das Pferd zu wechseln, oder den Berufsverband? Brauchen wir unterschiedliche Berufsverbände?
Ja!

In den vergangenen 2 Jahren haben uns die Berufsverbände dbl und dbs wissen lassen, dass unsere Vergütung für eine Therapie von 45 Minuten mindestens 85 Euro betragen sollte. Dazu hatten sie eigens Gutachten erstellen lassen. 85 Euro hätten den Solo – Selbstständigen unter uns vielleicht etwas die Angst vor der Altersarmut genommen. Und bei den Angestellten wäre damit eine Bezahlung nach TVöD möglich geworden. So wie sie für Logopäden schon jetzt in Kliniken üblich ist. Nicht umsonst klagen die Logo – Praxen in Deutschland seit Jahren über Bewerbermangel. Denn ein Durchschnittseinkommen von 2.600 Euro läßt Kolleginnen in andere Berufe abwandern, und verhindert, dass sich junge Leute für den Beruf interessieren.

In den jüngsten Verhandlungen um neue Vergütungspreise, kurz vor Jahresende, wollten sie sich die Verbände jedoch plötzlich mit einer Vergütung von 61,05 € zufrieden geben. Das diese Verträge dann nicht unterschrieben wurden lag am Veto eines weiteren Berufsverbandes. Somit wurde dann das gesetzlich vorgesehene Schiedsverfahren anberaumt.

Anstatt nun jedoch mit den durch Gutachten angekündigten 85 € in das Verfahren einzusteigen …

Statement weiterlesen

Anstatt nun jedoch mit den durch Gutachten angekündigten 85 € in das Verfahren einzusteigen, kündigte der dbl öffentlich an, sich notfalls auf Seiten der Kassen für die zuvor verhandelten 61,05 € einzusetzen. Damit spielten Sie dem Schiedsgremium natürlich Argumente in die Hände, der Schiedsspruch fiel entsprechend aus.

Besser als nichts werden manche sagen. Ja, aber ein Blick über den Tellerrand hinaus hilft vielleicht bei der Frage nach der Angemessenheit dieser Vergütung. Handwerksbetriebe im Baugewerbe werden regelmäßig für Stundenlöhne zwischen 55 und 60 € tätig. KFZ Betriebe fordern jedoch schon zwischen 90 und 140 € pro Stunde.

Der VDLS hatte 2019 in seinem Schiedsverfahren mit den Primärkassen 115 € gefordert. Grundlage für diese Forderung war das Zugeständnis einiger Krankenkassen, dass die Vergütung von Logopäden nach TVöD angemessen ist. Aus den in der Branche üblichen Kosten und möglichen Gewinnen lässt sich in einem einfachen Dreisatz schnell die angemessene Vergütung errechnen. Warum dies den Verbänden dbl und dbs in ihrem Schiedsverfahren nicht gelang bleibt ein Rätsel.

Wirklich übel wird es jedoch, wenn man sich darüber bewusst wird, dass nun nicht nur die Preise für 2021 festgelegt wurden. Auch für die Jahr 2022 und 2023 ist alles entschieden. Während in unserem Lande jedes Jahr alles teuerer wird, insbesondere die Mieten, gleichen die zukünftigen Erhöhungen nur in etwa die Inflation aus. Von einer wirklichen Erhöhung kann also keine Rede sein.

Die alt eingesessenen Berufsverbände dbl und dbs haben es bereits in den vergangenen 2 Jahrzehnten geschafft, mit Minierhöhungen und Nullrunden die Vergütungen so mit den Kassen zu verhandeln, sodass die Logopädinnen und Logopäden in Deutschland inzwischen zu den am schlechtesten vergüteten Berufen gehören.

Es ist nun an der Zeit, dass sich alle Kolleginnen und Kollegen die Frage stellen, wem sie die Gestaltung ihrer Zukunft überlassen wollen. Der hier und da gehörte Ruf nach Einigkeit gehört in den Bereich der Romantik eingeordnet. Und hat nichts zu tun mit der berufspolitischen Realität. Auf der einen Seite gibt es die großen Verbände mit einem Wasserkopf an Administration, denen es nur wichtig erscheint, wie sie die Gehälter ihrer Angestellten auftreiben. Die 6 – stellige Beträge für Fachzeitschriften oder Kongresse ausgeben. Aber kein Geld für Schiedsverfahren ausgeben wollen.

Auf der anderen Seite sind die Verbände, deren Initiatoren auch einmal Mitglied im dbl waren. Die dann aber für sich erkannt haben, dass man die Dinge anders handhaben muss, um sich eine bessere berufliche Zukunft zu sichern. So konnte der VDLS erreichen, dass zunächst in NRW die Schulgelder subventioniert wurden, inzwischen in nahezu jedem Bundesland. Wir haben unser Recht auf den sektoralen Heilpraktiker für Logopädie erstritten. Wir waren an der bundesweiten Angleichung der Einkommen in 2019 beteiligt. Und wir fürhen ständig musterhafte Prozesse. So z.B. um die Fragen, ob die Kassen kurzfristige Absagen vergüten muss. Oder ob es rechtens ist, wenn die Kasse absetzt, wenn ein Angehöriger oder Pfleger in dem Fall Behandlungen quittiert, falls der Patient dazu nicht in der Lage ist.

Es ist nun wirklich an der Zeit sich zu entscheiden, wen man mit seinen Mitgliedsbeiträgen unterstützt. Denn solange der dbl und dbs behaupten können die meisten Mitglieder zu vereinen wird es für jeden anderen Verband schwer, gegenüber der Politik glaubhaft zu machen, wie unzufrieden wir wirklich sind.

Ja, es gibt sie auch. Die zufriedenen Praxisinhaber. Wer es geschafft hat durch Fleiß und Glück sich eine mittlere oder gar größere Praxis aufzubauen, dem geht es auch schon jetzt nicht ganz schlecht.

Die durchschnittliche Praxis in Deutschland ist jedoch nur mit 1,3 Logopädinnen besetzt. Und diese Praxen haben es sehr schwer, mit derart niedrigen Kassenvergütungen zurecht zu kommen. Und wie bereits erwähnt, die bisherigen Vergütungen haben dazu geführt, dass eine angestellte Logopädin im Bundesdurchschnitt nur ein Bruttoeinkommen von lediglich 2.600 € Brutto hat.

Wer jetzt noch nach Einigkeit unter den Berufsverbänden ruft, der kann unmöglich diese Zeilen gelesen haben. Hört auf zu träumen. Helft mit Eure Zukunft zu gestalten!

Foto:Business photo created by katemangostar – www.freepik.com

Anfrage des Beundesministeriums für Gesundheit

Bund-Länder-Arbeitsgruppe:
Gesamtkonzept zur Neuordnung und Stärkung der Ausbildung der Gesundheitsfachberufe – Schriftliche Beteiligung der Verbände

Lesen Sie das Positionspapier des VDLS e.V zu den Themen:

I) Berufsgesetze
II) Ausbildung
III) Kompetenzerweiterung / neue Aufgaben und Übertragung einer höheren Verantwortung
V) Lehrpersonal
VI) Finanzierung
sowie weiterführende Gedanken.

Positionspapier lesen

„Einkommen angestellter und selbständiger Logopäden“

Mit Inkrafttreten der Neufassung des § 125 SGB V am 10.05.2019 und jüngster
europäischer Rechtsprechung (EuGH v. 14.05.2019) wurde die Frage nach der Entlohnung von therapeutischen Mitarbeitern sowie die Erfassung von Arbeitszeiten gesetzlich geregelt und konkretisiert. Wir möchten mit diesem Positionspapier sowohl für Praxisinhaber als auch für angestellte Mitarbeiter eine transparente Formel für die Anwendung der neuen gesetzlichen Vorgaben schaffen.

Angestellte Therapeuten sollen in den Genuss einer leistungsgerechten, und vor allem attraktiveren Entlohnung gelangen. Denn nur so wird es zukünftig gelingen, wieder mehr Menschen für unseren Beruf zu interessieren, und langfristig an diesen zu binden.
Gleichzeitig benötigen die Praxeninhaber eine Kalkulationsgrundlage, um einerseits den Erfordernissen der Gesetzgebung nachzukommen, aber in erster Linie natürlich um bei guter Entlohnung der Mitarbeiter selbst nicht in wirtschaftliche Schieflage zu geraten.

Dieses Positionspapier zielt darauf ab, Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein Entlohnungssystem an die Hand zu geben, welches von beiden Seiten akzeptiert und als gerecht empfunden wird.

Positionspapier lesen

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