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INFORMATIONEN ZUM BERUFSVERBAND

VDLS – der Verband für LogopädInnen, Sprach- und SprechtherapeutInnen mit Basis-Demokratie!
ZIELE – STATUTEN – SATZUNG

UNSERE ZIELE

OFFEN

Dieser Verein ist aus der von Manfred Herbst initiierten Facebookgruppe „Die Logos“ entstanden. Anfang 2019 waren in diesem Forum bereits annähernd 6.500 Fachkolleg/innen registriert. In der Facebookgruppe wurden und werden auch zukünftig alle berufspolitischen und fachlichen Dinge, die in irgendeiner Form die Tätigkeit in logopädischen Praxen betreffen, offen und für alle Fachkolleg/innen transparent nachvollziehbar kommuniziert und diskutiert.

DIREKT

In den Beiträgen der Forumsmitglieder wurden immer wieder vor allem die unzureichenden, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für logopädische Praxen kritisiert.  In Folge dieser Schieflage sind auch viele angestellte Sprach- und Sprechtherapeuten trotz hoher fachlicher Qualifikation zurzeit nicht in der Lage, allein auf der Basis dieses Berufes eine sichere Existenz und eine ausreichende Altersversorgung zu erwirtschaften. Dies kann mit dem – VDLS Ertragsrechner leicht nachvollzogen werden. Den etablierten Berufsverbänden ist es als Verhandlungspartner mit Krankenkassen, Ärzten und Fachärzten bislang nicht gelungen, angemessene Vergütungen für logopädische Therapieleistungen und Kostenerstattungen für Fortbildungen und die Bereithaltung des Praxisbetriebes zu erstreiten. Mit der direkten Verbindung von der Basis (der Facebookgruppe „Die Logos“) über die gesetzlich notwendige Form des Vereins (VDLS e.V.) wollen wir  nun die Wünsche, Nöte und Forderungen unseres Berufsstandes direkt und ohne zeitlich, formale oder organisationsbedingte Verzögerungen auf die Verhandlungstische bringen.

PRAXISNAH

Große Verbandsstrukturen mit Vertreter/innen, die selbst nicht mehr täglich mit beiden Beinen im Praxisalltag stehen, sind immer in der Gefahr, den Kontakt zum Alltagsgeschehen zu verlieren. Strategien und Zielformulierungen, die zunächst „hinter verschlossenen Türen“ vorbereitet und lediglich mit einer kleinen Anzahl ausgewählter Funktionäre abgestimmt werden, entfernen sich immer weiter vom Willen der Vereinsbasis. So mancher Verband wird inzwischen als unnahbarer, anonymer und nicht wirklich effektiver Apparat empfunden.

Wir werden dem ein anderes, neues Konzept entgegensetzen, das wir in der Vereinssatzung und in unseren Statuten dokumentiert haben.

In der Facebook-Gruppe werden wir direkt und ohne Verzug wichtige Informationen veröffentlichen, bewerten und mit den Forumsmitgliedern diskutieren. Umgekehrt werden wir als VDLS e.V. stets sofort und ohne Verzug über Vorkommnisse und Erfahrungen informieren.

Der Verein VDLS e.V.

Der Verein VDLS e.V. ist als Instanz erforderlich, um z.B. als formal anerkannter Verhandlungspartner „auf Augenhöhe“ mit den Krankenkassen verhandeln und eine wirksame Lobbyarbeit aufbauen zu können. Ein Verein braucht eine minimale Finanzausstattung. Diese wollen wir über den Monatsbeitrag ab 1,00 Euro, der auch für Schüler und Studenten finanzierbar ist, erwirtschaften. Die Mitgliedschaft im Verein sehen wir aber vor allem als Handlungsauftrag und Bestätigung für unser Konzept „Facebook-Gruppe + Verein“. Diejenigen, die uns über ihre Mitgliedschaft ihr Vertrauen aussprechen und den Verein finanziell unterstützen, werden wir auf dieser Website den Zugang zu einem Bereich mit gemeinsam aufgebautem „Schwarmwissen“ ermöglichen, in dem bestimmte Informationen schneller und komfortabler als in der Facebookgruppe zu finden sein werden.

UNSERE STATUTEN

Statuten: Verband Deutscher Logopäden und Sprachtherapeutischer Berufe – VDLS

ZIELE UND FORDERUNGEN

  • Angemessene Vergütung von angestellten Therapeuten durch Weitergabe von Preiserhöhungen
  • 50% Einkommenszuwachs in den nächsten drei Jahren
  • Vereinheitlichung der Vergütungen bundesweit. Keine Ost- / West- / Nord-/ Süd- Gefälle bei den Kassensätzen.
  • Direktzugang aller Patienten zu logopädischen Leistungen (über die Blankoverordnung als wichtige Zwischenstufe)
  • Ausbildungsvergütung und staatliche Förderung (Schulgeld) für die Ausbildung unserer Berufsgruppe an Schulen und an Hochschulen
  • Vereinheitlichung der Berufsbilder „Logopäd/in“ und „Akademische/r Sprachtherapeut/in“ durch identische Ausbildungsinhalte
  • Vergütung der Vollzeit-Verfügbarkeit, der Pflichtfortbildungen und der Vor- und Nachbereitungszeiten.
    Alternativ Abschaffung dieser Leistungen, die zurzeit ohne Gegenleistungen erbracht werden.
  • Schaffung einer Beschwerdestelle für Heilmittelerbringer, die angerufen werden kann, wenn Ärzte willkürlich gegen die HMR verstoßen und eine indizierte Behandlung verweigern.
  • Gemeinsam mit den Kassen erarbeiteter Absetzungskatalog. Erbrachte Leistung = Vergütung und Beratung vor Absetzung.
  • Vereinfachung der Abrechnungsverfahren.
  • Abschaffung von Wettbewerbsbenachteiligungen niedergelassener Praxen durch unterschiedliche Zulassungsvoraussetzungen in KiTas und öffentlichen Einrichtungen.

PROFIL UND PHILOSOPHIE

  • Der Verein vertritt ausschließlich die Interessen und Belange seiner Berufsgruppe.
  • Der Verein führt die Interessenvertretung seiner Mitglieder bei den Verhandlungspartnern im Gesundheitssystem durch.
  • Aufgrund der hohen Mitgliederzahlen im Forum und den damit verbundenen Umfragen kann der Verein für sich in Anspruch nehmen, deutlich repräsentativer als jede andere Berufsvertretung aufzutreten. Zudem werden in anderen Verbänden so gut wie nie Mitgliederbefragungen durchgeführt
  • Über das Forum wird unser Verein dagegen stets den direkten Dialog zwischen der Basis (6.500 Forums-Mitglieder) und dem Verein sicherstellen
  • Der Verein und seine Mitglieder fördern den Zusammenhalt innerhalb der Berufsgruppe und betreiben kein Denunziantentum gegen Berufskolleginn/en
  • Der Verein wird in seiner Struktur schlank bleiben und direkt und unmittelbar für alle Angehörigen der Berufsgruppe erreichbar sein. Zu diesem Zweck werden regelmäßige Umfragen sowohl vom Verein als auch von den Mitgliedern des Forums „Die Logos“ in der Facebookgruppe eingestellt.
  • Weiter sollen die Möglichkeiten der Diskussion und Information als Basis für einen schnellen Austausch und der zukünftigen Ausrichtung des Vereins genutzt werden. Meinungen und Informationen werden innerhalb von Minuten und für alle Interessierten offen und transparent sichtbar transportiert.
  • Der Verein wird im Beitrag günstig sein und bleiben. Die wird u.a. erreicht durch die konsequente Nutzung elektronischer Kommunikationswege und Abstimmungsverfahren.
  • Der Verein soll ausschließlich den Interessen seiner Mitglieder nützen sein. Kooperationen mit Anbietern und Dienstleistern kommen ausschließlich den Mitgliedern zugute und nicht der Vereinskasse.
  • Beratungsleistungen, die über öffentliche Diskussionen im Forum hinausgehen, werden nur gegen Gebühr erbracht. Denkbar wären Existenzgründungs- und wirtschaftliche Beratungen, Hilfestellung bei der Interpretation von Vorschriften usw.
  • Eine Rechtsberatung wird über spezialisierte, niedergelassene Fachanwälte sehr günstigen Sätzen angeboten.

Viele Forderungen erscheinen hoch oder auch weit weg. Jedoch orientieren sich unsere Vorstellungen an den derzeitigen Entwicklungen im Gesundheitssystem, insbesondere dem Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung HHVG (Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz).

Für Verhandlungen gilt ein existenzieller Grundsatz: Wer Forderungen selbst für unerfüllbar hält, sollte gar nicht erst an den Verhandlungstisch gehen, denn er wird scheitern. Unsere Ziele dagegen sind gerecht, angemessen und realisierbar.

Angestellte und Auszubildenden werden vielleicht denken, dass diese Forderungen nicht gerade im Mittelpunkt ihres Interesses stehen. Bitte bedenkt aber, dass rund 90 % der Sprachtherapeuten in Praxen angestellt sind. Mit 50 % Mehreinkommen in den Praxen lassen sich endlich auch höhere Einkommen für die Angestellten darstellen!

Dafür machen wir uns stark!

Unser Ziel sind spürbar bessere Bedingungen für alle Vereinsmitglieder.

UNSERE SATZUNG

Satzung

Verband Deutscher Logopäden und Sprachtherapeutischer Berufe

VDLS

Stand 08.06.2018

Lesen Sie die Satzung

§ 1 Name und Sitz

Der Verein führt den Namen

Verband Deutscher Logopäden und Sprachtherapeutischer Berufe

Er soll in das Vereinsregister eingetragen werden und trägt dann den Zusatz „e.V.“

Der Sitz des Vereins sowie der Sitz des / der ersten Vorsitzenden / e ist Simmerath.

§ 2 Geschäftsjahr

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 3 Zweck und Aufgaben des Vereins

Zweck und Aufgaben des Vereins sind:

  • Vertretung der Mitglieder und Wahrung ihrer Interessen
  • Unterstützung der Mitglieder durch Information und Erläuterung zu praxisrelevanten und rechtlichen Bestimmungen und Neuerungen
  • Förderung des Berufsstandes der Sprachtherapeuten
  • Verbesserung des Zugangs der Bevölkerung zur Sprachtherapie
  • Förderung des öffentlichen Bewusstseins für die Möglichkeiten der Logopädie und deren Behandlungsbereiche

§ 4 Mittelverwendung

Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden.

§ 5 Verbot von Begünstigungen

Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 6 Aufwandsentschädigung und Vergütung

Die Mitglieder des Vorstandes, die Mitglieder und Nichtmitglieder können für ihre Tätigkeit eine angemessene Vergütung erhalten. Über die Höhe und Zahlung entscheidet der Vorstand mit Beschluss.

Die Mitglieder des Vorstandes, die Mitglieder und Nichtmitglieder erhalten Ersatz für alle notwendigen Auslagen nach § 670 BGB.

Das Kontrahierungsverbot nach § 181 BGB besteht für Mitglieder des Vorstandes nicht.

§ 7 Erwerb der Mitgliedschaft

Vereinsmitglieder können natürliche oder juristische Personen werden.

Der Aufnahmeantrag erfolgt elektronisch.

Über den Aufnahmeantrag entscheidet der Vorstand.

Gegen die Ablehnung, die keiner Begründung bedarf, steht dem/der Bewerber/in die Berufung an die Mitgliederversammlung zu, welche dann endgültig entscheidet.

§ 8 Beendigung der Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft erstreckt sich zunächst auf das Kalenderjahr. Wird sie nicht bis zum 30.09 gekündigt, dann verlängert sich die Mitgliedschaft um ein weiteres Jahr.

Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Ausschluss, Tod des Mitglieds oder durch die Auflösung der juristischen Person.

Der Austritt erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber einem vertretungsberechtigten Vorstandsmitglied. Ein Ausschluss kann nur aus wichtigem Grund erfolgen. Wichtige Gründe sind insbesondere ein die Vereinsziele schädigendes Verhalten, die Verletzung satzungsmäßiger Pflichten oder Beitragsrückstände von mindestens einem Jahr. Über den Ausschluss entscheidet der Vorstand. Gegen den Ausschluss steht dem Mitglied die Berufung an die Mitgliederversammlung zu, die schriftlich binnen eines Monats an den Vorstand zu richten ist. Dem Mitglied bleibt die Überprüfung der Maßnahme durch Anrufung der ordentlichen Gerichte vorbehalten. Die Anrufung eines ordentlichen Gerichts hat aufschiebende Wirkung bis zur Rechtskraft der gerichtlichen Entscheidung.

§ 9 Beiträge

Von den Mitgliedern werden Beiträge erhoben. Die Beiträge werden zum 01.01. eines Jahres im Voraus fällig. Der Vorstand kann den Jahres-Mitgliedsbeitrag bis zu einer Höhe von 190 € bestimmen. Höhere Beiträge müssen durch die Mitgliederversammlung bestimmt werden. Der Vorstand kann eine Aufnahmegebühr von bis zu 150 € für selbstständige Bewerber einer Mitgliedschaft bestimmen.

§ 10 Organe des Vereins

Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand.

§ 11 Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung ist das oberste Vereinsorgan. Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere die Wahl und Abwahl des Vorstands, Entlastung des Vorstands, Entgegennahme der Berichte des Vorstandes, Wahl der Kassenprüfern/innen, Festsetzung von Beiträgen und deren Fälligkeit, Beschlussfassung über die Änderung der Satzung, Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins, Entscheidung über Aufnahme und Ausschluss von Mitgliedern in Berufungsfällen sowie weitere Aufgaben, soweit sich diese aus der Satzung oder nach dem Gesetz ergeben.

Ein Mal in jedem Geschäftsjahr findet eine ordentliche Mitgliederversammlung statt. An Stelle der persönlichen Anwesenheit zu einer Mitgliederversammlung werden ein vom Verein unterhaltenes Internetforum sowie elektronische Abstimmungsverfahren eingesetzt. Dies soll sicherstellen, dass möglichst alle Mitglieder des Vereins an Abstimmungen teilnehmen können, also auch diejenigen, die ansonsten aufgrund einer kostspieligen Anreise zum Versammlungsort daran gehindert wären.

Der Vorstand ist zur einer außerordentlichen Mitgliederversammlung verpflichtet, wenn mindestens ein Drittel der Mitglieder dies unter Angabe von Gründen verlangt.

Die Mitgliederversammlung wird vom Vorstand unter Einhaltung einer Frist von einem Monat unter Angabe der Tagesordnung einberufen. Die Frist beginnt mit dem auf die Absendung des Einladungsschreibens folgenden Tag.

Das Einladungsschreiben gilt als den Mitgliedern zugegangen, wenn es an die letzte dem Verein bekannte Mailadresse gerichtet war.

Die Tagesordnung ist zu ergänzen, wenn dies ein Mitglied bis spätestens 2 Wochen vor dem angesetzten Termin schriftlich beantragt. Die Ergänzung ist zu Beginn der Versammlung bekannt zumachen.

Anträge über die Abwahl des Vorstands, über die Änderung der Satzung und über die Auflösung des Vereins, die den Mitgliedern nicht bereits mit der Einladung zur Mitgliederversammlung zugegangen sind, können erst auf der nächsten Mitgliederversammlung beschlossen werden.

Die Mitgliederversammlung ist ohne Rücksicht auf die Zahl der teilnehmenden Mitglieder beschlussfähig.

Die Mitgliederversammlung wird von einem Vorstandsmitglied geleitet.

Zu Beginn der Mitgliederversammlung ist ein Schriftführer zu wählen.

Jedes Mitglied hat eine Stimme. Bei Abstimmungen entscheidet die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Satzungsänderungen und die Auflösung des Vereins können nur mit einer Mehrheit von 2/3 der stimmberechtigten Mitglieder beschlossen werden.

Stimmenthaltungen und ungültige Stimmen bleiben außer Betracht.

Über die Beschlüsse der Mitgliederversammlung ist ein Protokoll anzufertigen, das vom Versammlungsleiter und dem Schriftführer zu unterzeichnen ist.

§ 12 Vorstand

Der Vorstand im Sinn des § 26 BGB besteht aus dem/der 1. und 2. Vorsitzenden und dem/der Kassierer/in sowie 1 Beisitzer. Sie vertreten den Verein gerichtlich und außergerichtlich. Zwei Vorstandsmitglieder vertreten gemeinsam, der erste Vorsitzende allein.

Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung auf die Dauer von 4 Jahren gewählt.

Vorstandsmitglieder können nur Mitglieder des Vereins werden. Eine Wiederwahl ist zulässig.

Der Vorstand bleibt so lange im Amt, bis ein neuer Vorstand gewählt ist.

Bei Beendigung der Mitgliedschaft im Verein endet auch das Amt als Vorstand.

§ 13 Kassenprüfung

Die Mitgliederversammlung wählt für die Dauer von einem Jahr eine/n Kassenprüfer/in. Diese/r darf nicht Mitglied des Vorstands sein.

Eine Wiederwahl ist zulässig.

§ 14 Elektronische Kommunikation und Abstimmungsverfahren

Damit die Kosten und somit die Beiträge gering gehalten werden können, wird innerhalb des Vereins die Möglichkeit der elektronischen Abstimmung, der Mitgliederbefragung und Benachrichtigung per Mail genutzt. Dies gilt auch für Beitrittserklärungen, Kündigungen usw.

§ 15 Auflösung des Vereins

Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins fällt das Vermögen des Vereins an eine dann zu bestimmende mildtätige Organisation.

Simmerath, den 08.06.2018

VDLS POSITIONSPAPIERE

Anfrage des Beundesministeriums für Gesundheit

Bund-Länder-Arbeitsgruppe:
Gesamtkonzept zur Neuordnung und Stärkung der Ausbildung der Gesundheitsfachberufe – Schriftliche Beteiligung der Verbände

Lesen Sie das Positionspapier des VDLS e.V zu den Themen:

I) Berufsgesetze
II) Ausbildung
III) Kompetenzerweiterung / neue Aufgaben und Übertragung einer höheren Verantwortung
V) Lehrpersonal
VI) Finanzierung
sowie weiterführende Gedanken.

Positionspapier lesen

„Einkommen angestellter und selbständiger Logopäden“

Mit Inkrafttreten der Neufassung des § 125 SGB V am 10.05.2019 und jüngster
europäischer Rechtsprechung (EuGH v. 14.05.2019) wurde die Frage nach der Entlohnung von therapeutischen Mitarbeitern sowie die Erfassung von Arbeitszeiten gesetzlich geregelt und konkretisiert. Wir möchten mit diesem Positionspapier sowohl für Praxisinhaber als auch für angestellte Mitarbeiter eine transparente Formel für die Anwendung der neuen gesetzlichen Vorgaben schaffen.

Angestellte Therapeuten sollen in den Genuss einer leistungsgerechten, und vor allem attraktiveren Entlohnung gelangen. Denn nur so wird es zukünftig gelingen, wieder mehr Menschen für unseren Beruf zu interessieren, und langfristig an diesen zu binden.
Gleichzeitig benötigen die Praxeninhaber eine Kalkulationsgrundlage, um einerseits den Erfordernissen der Gesetzgebung nachzukommen, aber in erster Linie natürlich um bei guter Entlohnung der Mitarbeiter selbst nicht in wirtschaftliche Schieflage zu geraten.

Dieses Positionspapier zielt darauf ab, Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein Entlohnungssystem an die Hand zu geben, welches von beiden Seiten akzeptiert und als gerecht empfunden wird.

Positionspapier lesen

JAHRESRÜCKBLICK

Jahresrückblick 2017

Erstes Halbjahr 2017

Seit der Gründung des VDLS am 19.02.2017 in Köln ist doch schon so manches geschehen, dass so nicht vorauszusehen war. So haben uns seit diesem Datum deutlich über 400 Kolleginnen und Kollegen mit ihrer Mitgliedschaft das Vertrauen ausgesprochen. Und wir kämpfen mittlerweile mit über 30 Kassenverbänden und über 150 Kassen um bessere Vertragsbedingungen und Preise. Aufgrund der Gesetzeslage im Sozialgesetzbuch kann eigentlich jeder einzelne Heilmittelerbringer in Verhandlungen mit den Kassen treten. Nur hatte es bisher so gut wie niemand versucht! Und da zu Anfang 2017 schon sehr früh Gewissheit darüber herrschte, dass die Kassen und damals vorhandenen Berufsverbände sich bei 10% mehr an Vergütungen einigen würden, entschlossen sich die Gründer des VDLS die Sache in die eigene Hand zu nehmen.

Bereits Anfang März erhielten sodann alle Krankenkassenverbände ein freundliches und zielgerichtetes Schreiben mit unseren Vorstellungen und der Aufforderung, Verhandlungen mit uns aufzunehmen. Die Reaktionen reichten von inquisitorischen Nachfragen zu unserer Satzung (tut nichts zur Sache) bis hin zu platter Nichtbeachtung. In wenigen Fällen erreichten uns etwas nettere Antworten. Offen gesagt, hatten wir natürlich auch nicht damit gerechnet, dass die Kassen sich über einen weiteren Berufsverband freuen würden, der zudem auch noch deutlich höhere Vergütung fordert. Aufgrund der großen Zahl an Kassenverbänden konnten wir uns auch nicht mit allen gleichzeitig anlegen und unseren Anwalt böse Schreiben versenden lassen, mit dem Tenor, man möge sich an das Gesetz halten.

Wir wählten den eleganteren Weg über die Aufsichtsbehörden der Kassen. Diese achten darauf, dass unsere Gesetze eingehalten wird. Denn diese Gesetze gelten auch für die Kassen! Es hört sich einfach an, aber es war das erste Mal, dass sich jemand auf diesem Wege durchgesetzt hat!

Eine Gruppe von Ergotherapeuten aus Hamburg hatte in 2006 versucht Verhandlungen mit den Kassen gerichtlich durchzusetzen. Und sie sind im Instanzenweg 2012 vor dem Bundessozialgericht gescheitert. Mit diesem Umstand müsste ich mich bereits im März konfrontieren und fand es  daher wesentlich zeitsparender und erfolgversprechender die Aufsichtsbehörden einzuschalten

Zweites Halbjahr 2017

Auch dieser Weg ist etwas zeitintensiv – dafür aber sehr präzise. So konnte ich Euch im Juni und Juli darüber berichten, dass der gesamte VDEK Verband (bundesweit) von dem Bundesversicherungsamt angewiesen wurde mit uns in Verhandlungen zu treten. Zugleich wurde eine Crux im Gesetzestext entdeckt, die besagt, dass man erst Vertragspartner sein muss, um über den Vertrag und die Preise verhandeln zu können! (Wir sind wegen einer Gesetzesänderung im Gespräch mit dem Bundesgesundheitministerium).

Mittlerweile wurden dem VDLS jedoch aus allen 14 Vertragsgebieten des VDEK Rahmenverträge vorgelegt, die von uns unterzeichnet wurden, um die Preise zügig verhandeln zu können.

Die gleiche Prozedur müssen und werden wir mit jedem weiteren Kassenverband durchführen. Ihr versteht also hoffentlich, dass diese Vorhaben etwas Zeit benötigen. Ich freue mich aber mitteilen zu können, dass wir kurz vor Abschluss eines neuen und für uns wesentlich günstigeren Rahmenvertrages in einer großen Kassenregion stehen.  Ich verzichte an dieser Stelle auf Details, weil wir bemerkt haben dass einige unserer Herangehensweise inzwischen kopiert werden. Wir rechnen mit einem Abschluss zum 1.1.2018.

Danach werden wir in dieser Region schnell die Preisverhandlungen führen, um dann vermutlich ein Schiedsverfahren durchzuführen. Denn die Zahlen dazu wurden bereits vor einigen Monaten überreicht und wir wollen insgesamt 50% mehr bis 2019 erstreiten. Und damit das Doppelte dessen, was die anderen Berufsverbände sich vorgenommen haben. Wir können nicht garantieren, dass wie dies erreichen werden. Es ist aber unser Ziel und wir werden alles dafür tun, dieses auch zu erstreiten. Denn mit einer Schiedsperson haben wir es erstmals mit einem „normalen“ Menschen zu tun, der versteht, dass Selbstständige mit einem Verdienst auf Hartz-4-Niveau und Angestellten, die schlechter bezahlt werden als Gebäudereiniger, nicht dem Wohl der Patientenversorgung in diesem Lande dienen.

Aufgrund der gegenseitig einzuhaltenden Fristen in jedem einzelnem Akt dieses Szenarios rechnen wir mit den ersten Ergebnissen aus Schiedsverfahren nicht vor April 2018. Es tut mir Leid, aber da müssen wir realistisch sein. Denn z.B. der VDEK wird keinen Schritt freiwillig tun. Der Verband weiß, was ihm in einem Schiedsverfahren droht. Und dies wäre der Super-GAU sowohl für die Szene in Deutschland als auch für die anderen Berufsverbände. Denn man stelle sich vor was passiert, wenn die Mitglieder des VDLS 10% mehr Vergütungen von den Kassen erhalten würden als die Mitglieder anderer Verbände. Bis es aber so weit ist, können wir uns in den meisten Regionen immerhin auf rund 10% Erhöhungen freuen. Und für 2018 auf weitere 5%

Was wurde sonst noch erreicht?

Der VDLS kann auf eine sehr informative Homepage verweisen. Hier sind vor allem Informationen und Zahlen zu finden, zu deren Recherche andere Berufsverbände noch Spenden für ein Gutachten sammeln. Hier gilt mein Dank vor allem Gerold Kalter, der in vielen unbezahlten Stunden Material zusammengetragen hat und uns allen appetitlich zur Verfügung stellt.  Aber auch Nicola Abele hat Bemerkenswertes geleistet. Sie hat aus dem Nichts ein funktionierendes Beitragswesen erstellt. Nur durch ihre überwiegend ehrenamtliche Tätigkeit und auch durch die Unterstützung vieler, hier nicht einzeln erwähnter VDLS-Mitstreiter kann der VDLS seine günstigen Mitgliedsbeiträge darstellen.

Wir gehen davon aus, dass wir auch im kommenden Jahr ohne Mitarbeiter auskommen werden, sodass Eure Mitgliedsbeiträge möglichst umfangreich in die direkte Arbeit des VDLS fließen können. Also in die Verbesserung Eures Einkommens, Eurer Arbeitsbedingungen und die Stärkung des Ansehens und des Selbstbewusstseins unserers Berufsstandes. Wir freuen uns über unsere zahlreichen Kontakte zur Politik, zu den Ministerien und den Kassen. Jawohl – es gibt viele, die den Ansichten des VDLS sehr wohlgesonnen sind.

Ein wichtiger Grund für diese positive Haltung ist das Verständnis des VDLS, dass die Schicksale der Berufsgruppe zu einem großen Teil bei den in der Ausbildung befindlichen Sprachtherapeuten und den Angestellten liegen. Denn wenn die Ausbildungszahlen (2012 bundesweit bei etwa 3500) regional um 50% geschrumpft sind und darüber hinaus 50% der angestellten Therapeuten überlegen, den Beruf zu wechseln – wer soll dann zukünftig die Patienten versorgen und die Umsätze in den Praxen ermöglichen?

Obwohl wir uns mit dieser Haltung – als einziger Berufsverband – im Einklang mit dem Heil und Hilfsmittel Versorgungsgesetz (HHV) befinden, müssen wir bei vielen Selbstständigen erst noch dass Verständnis dafür wecken. Darüber sind wir uns klar.  Dazu gehört dann auch das nötige betriebswirtschaftliche Wissen, das Therapeuten leider nicht automatisch in der Ausbildung erwerben. Denn ohne vernünftige finanzielle Planung werden auch deutlich höhere Vergütungen nicht automatisch zufriedenere Inhaber und Mitarbeiter schaffen.

Beratung, Service und Mitgliedervorteile

Damit die Beiträge des VDLS günstig bleiben und wir den Mitgliedern trotzdem eine fachlich einwandfreie rechtliche Beratung ermöglichen können, haben wir diese Leistung als Modul mit einem etwas höherem Mitgliedsbeitrag angeboten. So können Angestellte und Praxisinhaber auf ein maßgeschneidertes Beratungsangebot durch unseren Fachanwalt zurückgreifen.
Informationen zur Rechsberatung.

Wir konnten darüber hinaus in der kurzen Zeit einige vorteilhafte Kooperationen vereinbaren, die rein dem Vorteil unserer Mitglieder dienen! Weitere sind geplant und werden in Kürze bekannt gemacht.

Nicht zuletzt möchte ich einen ganz wichtigen und wirklich einmaligen Aspekt des VDLS hervorheben. Wir sind der einzige Verband, der innerhalb von Minuten mit unseren Mitgliedern Kontakt aufnehmen kann. Wir sind in der Lage, quasi sofort Eure Meinungen einzuholen oder wichtige Entscheidungen durch Euch abstimmen zu lassen. Jedes Mitglied kann von jedem beliebigen Ort ohne zusätzliche Kosten und Zeitaufwand an Mitgliederversammlungen und Abstimmungen teilnehmen!

Ich kann mich noch daran erinnern, als ich noch Mitglied im DBL war und für teures Geld nach Erfurt reisen musste, um dann dort gegen 22 Uhr mit noch rund 170 verbliebenen Mitgliedern wichtige Entscheidungen für damals noch 11.000 Mitglieder zu treffen. Unsere Mitgliederversammlung wird elektronisch durchgeführt. In unseren Facebook-Foren. Und ihr könnt die Geschicke des VDLS einfach an Eurem Computer oder mit dem Handy mit Eurer Stimme mit-entscheiden.

Wir wollen euch in Zukunft mit einem monatlichen Newsletter auf dem Laufenden halten. Die erste Ausgabe wird Euch in den kommenden Tagen erreichen. In dieser Mail werdet ihr auch von der Umstellung der Beitragszahlung auf das Lastschriftverfahren informiert. Das ist für euch bequem und erleichtert uns die administrative Arbeit. Seid also bitte so nett und antwortet auf diese Mail, indem ihr uns Eure IBAN mitteilt.

Zu guter Letzt möchte ich Euch sehr herzlich für Euer Vertrauen danken und hoffe, dass Ihr uns auch in den zukünftigen Jahren bei der Erreichung unserer und damit Eurer Ziele unterstützt.

Manfred Herbst

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