Der internationale Einkommens- und Strukturvergleich. Wo die deutsche Logopädie wirklich steht! Vergleich von Land-Durchschnittliches -Jahresgehalt (Brutto), dem Akademischer Status / Mindestvoraussetzung und das Verhältnis zum nationalen Arzteinkommen.

Achtung bei unseriösen Versprechungen im Recruiting!
In Zeiten des Fachkräftemangels versuchen einige Agenturen, mit aggressiven Vertriebsmethoden und hohen Kostenpaketen zu arbeiten. Mir wurde kürzlich ein Vertrag vorgelegt, bei dem im Beratungsgespräch mündlich eine Stellenbesetzung garantiert wurde, der Vertragstext dann aber etwas ganz anderes aussagte:
Anstatt des branchenüblichen Provisionsmodells (Zahlung bei Erfolg) sollte ich einen Vertrag über mehr als 10.000 € unterschreiben. Das „Erfolgsversprechen“ entpuppte sich im Kleingedruckten lediglich als die Schaltung von Werbekampagnen, deren Kosten an die Vertragslaufzeit gekoppelt sind – jedoch völlig unabhängig davon, ob tatsächlich jemals ein neuer Mitarbeiter gefunden wird.
Mein Rat an alle Kollegen und Unternehmer:
- Vorsicht vor schnellen „Jetzt-sofort-Unterschriften“ in Videocalls.
- Keine Garantie ohne echte Erfolgsbindung: Wenn Ihnen Agenturen „garantieren“, offene Stellen zu besetzen, fordern Sie, dass auch erst bei erfolgreicher Einstellung gezahlt wird.
- Das Kleingedruckte zählt: Prüfen Sie genau, ob Sie eine echte Vermittlungsleistung einkaufen oder nur ein vages Marketing-Budget für Anzeigenwerbung.
Die Situation der logopädischen Praxen in Deutschland ist äußerst prekär. Die folgende Tabelle verdeutlicht die Lage. Es gibt nur etwa 18.000 berufstätige Logopäden in Deutschland, die sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit arbeiten. Zum Vergleich: Im Pflegebereich sind rund 1,7 Millionen Menschen tätig!
Diese 18.000 berufstätigen Logopäden entsprechen 13.700 Vollzeitäquivalenten. Somit sind die Praxen mit durchschnittlich nur 1,3 Fachkräften besetzt, inklusive Inhaber.
Da die Berufsfachschulen in Deutschland seit Jahren über einen Mangel an Auszubildenden klagen, ist eine Verbesserung der Situation mittelfristig nicht zu erwarten. Da es während der Ausbildung keine Vergütung gibt und die Möglichkeit, Mitarbeiter angemessen zu bezahlen, aufgrund der geringen Kassenvergütung auch in Zukunft nicht gegeben ist, muss man sich darauf einstellen, dass freie Stellen mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit nicht besetzt werden können.
Alle Angaben basieren auf Zahlen der Arbeitsagentur und den Veröffentlichungen der Krankenkassen.
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