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Sonder-Newsletter: Geplante Gesundheitsreform ist ein Schlag ins Gesicht für alle Logopädinnen und Logopäden!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

die Bundesregierung plant im Zuge der aktuellen Gesundheitsreform einen massiven Einschnitt, den wir als Berufsverband VDLS e.V. nicht stillschweigend hinnehmen werden. Die Politik plant die Wiedereinführung der strikten Grundlohnsummenanbindung für Heilmittelberufe – und das unter Bedingungen, die sowohl moralisch verwerflich als auch rechtlich höchst bedenklich sind.

Auch wenn die Erhöhungen der Logopädie in den letzten Jahre prozentual auf dem durchschnittlichen Niveau der Lohnsteigerungen in Deutschland lagen, muss deutlich gemacht werden, dass trotz der deutlich gehobenen Qualifikation der Logopädie diese im Gehaltsvergleich zu anderen Berufen auf den untersten Plätzen rangiert.

Definition der Logopädie und derzeitiges Einkommen.

Laut der Arbeitsagentur handelt es sich bei der Logopädie um eine hoch spezialisierte, medizinisch-therapeutische Fachqualifikation. Logopäden haben laut der Arbeitsagentur ein Bruttoeinkommen von nur 3.204 € Brutto im Median!

Die Vergütung von Logopäden hängt in Deutschland vollständig von den Heilmittelsatz-Verhandlungen mit den gesetzlichen Krankenkassen und kleinen Berufsverbänden ab, was den Vergütungsspielraum für logopädische Angestellte extrem einschränkt und deckelt.

Hinzu kommt der Umstand, dass es nur rund 9.000 logopädische Praxen in Deutschland mit vielleicht 18.000 Vollzeitstellen gibt. Eine solch kleine Anzahl von Steuerzahlern und Wählern wird gerne mal von der Politik ignoriert!

Im Fazit muss man für Angehörige der Logopädie von einem erheblichen Kaufkraftproblem ausgehen. Was wiederum zu einem echten Nachwuchsproblem im Beruf führt, für den man in der Ausbildung noch nicht einmal eine Vergütung erhält.

1. Die harten Fakten der geplanten Reform

Der aktuelle Gesetzentwurf sieht für unsere Vergütungsverhandlungen folgende Eckpunkte vor:

  • Nullrunde für 2027: Im Jahr 2027 soll es für logopädische Leistungen eine absolute Nullrunde bei den Vergütungen geben.
  • Dauerhafte Kürzung ab 2028: In den Folgejahren sollen die Vergütungserhöhungen pauschal immer 1 % unter der tatsächlichen Entwicklung der Grundlohnsumme liegen.

2. Ein massiver Verstoß gegen die Gleichbehandlung

Diese Deckelung ist eine beispiellose Ungerechtigkeit. Während Angestellte im öffentlichen Dienst, Beamte und fast alle anderen Wirtschaftszweige in den letzten Jahren – völlig zurecht – deutliche Lohnsteigerungen zum Ausgleich der anhaltenden Inflation und Rezession erhalten haben, wird die Logopädie gezielt abgehängt. Schon in den vergangenen Jahren hinkte unsere Berufsgruppe den allgemeinen Reallohnsteigerungen hinterher. Diese Schere wird nun per Gesetz weiter brutal ausgeweitet.

3. Warum diese Reform moralisch und gesetzlich untragbar ist

Wir prüfen derzeit rechtliche Schritte, denn dieser Entwurf verstößt gegen fundamentale Prinzipien:

  • Gesetzlich bedenklich: Die dauerhafte, künstliche Deckelung unterhalb der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung verletzt den verfassungsrechtlichen Gleichheitsgrundsatz. Es gibt keinen sachlichen Grund, warum ausgerechnet die Heilmittelbringer schlechter gestellt werden als der Rest der arbeitenden Bevölkerung.
  • Moralisch verwerflich: Es ist zynisch, einerseits den Fachkräftemangel in der Pflege und Therapie zu beklagen, und andererseits den Therapeuten per Gesetz Reallohnverluste zu diktieren. Wer so mit der Gesundheit der Menschen und der Existenz der Leistungserbringer spielt, handelt verantwortungslos.

4. Gemeinsam gegen den Spardiktat – das fordert der VDLS e.V.

Wir fordern die sofortige Streichung der Nullrunde und eine faire, dynamische Anpassung, die sich an den realen Kosten- und Lohnentwicklungen orientiert. Wir werden in den kommenden Wochen den Druck auf die Politik maximieren.
Bleiben Sie wachsam und unterstützen Sie unsere kommenden Aktionen. Unsere Arbeit ist mehr wert!

Mit entschlossenen Grüßen,
Manfred Herbst
1. Vorsitzender
VDLS e.V.

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