Statt einer erwartbaren Anpassung zum 1. Januar 2026 werden die neuen Vergütungen erst zum 1. Juli 2026 wirksam. Diese Verzögerung ist kein technisches Detail, sondern eine gezielte politische Maßnahme – mit spürbaren finanziellen Folgen für jede Praxis.

Neue Vergütungspreise & Einkommensempfehlung 2026
Zum 01.07.2026 steigen die Behandlungspreise der Logopädie bundesweit auf 76,06 € für die wichtigste Position 45 Minuten Behandlungsdauer.
Die von den Krankenkassen erhobenen Zuzahlung für gesetzlich versicherte ohne Befreiung liegt bei 7,61 € je Therapie.
Die Vergütungen für andere Leistungen haben wir im Bereich Service hinterlegt.
Einkommensempfehlung für Logopäden 2026
Der VDLS empfiehlt für angestellte Logopäden bei einer 40 Stundenwoche ein Bruttoeinkommen von 4.400 €, oder 52.700 € jährlich. Dies entspricht einem monatlichen Netto von rund 2.780 €.
Selbständige Logopäden ohne Angestellte können bei einer 40 Stundenwoche ein Jahreseinkommen von 122.000 € erzielen. Nach Abzug der Kosten verbleit im Durchschnitt ein Gewinn von 67.000.
Hier ist die Aufschlüsselung für 67.000 € Jahresgewinn (Stand 2026, Steuerklasse 1, gesetzlich versichert):
| Abgabenart | Jährlicher Betrag | Erklärung |
| Rentenvers. | 12.462 € | 18,6 % vom Gewinn |
| Krankenvers. | 10.653 € | ca. 15,9 % (inkl. Zusatzbeitrag) |
| Pflegevers. | 2.278 € | 3,4 % (für Kinderlose etwas höher) |
| Einkommensteuer | 11.150 € | Sinkt, da Sozialbeiträge absetzbar |
| Gewerbesteuer* | ~0 € | Wird fast voll auf die Einkommensteuer angerechnet |
| SUMME ABGABEN | 36.543 € | Alle Pflichtabgaben kombiniert |
Das Ergebnis:
- Netto-Verfügbar: ca. 30.457 € pro Jahr.
- Monatlich Netto: ca. 2.538 €.
- Gesamtbelastung: ca. 54,5 %.
Es ist kaum zu glauben, dass ein Selbstständiger mit einem Umsatz von 122.000 € ein rund 200 Euro niedrigeres Nettoeinkommen hat als ein gleichwertig qualifizierter Angestellter. Dieser Vergleich soll das Gesundheitssystem dazu anregen, sich Gedanken über die Situation der Logopädie in Deutschland, und die langfristig nicht gesicherte Versorgung der Patienten mit dieser Therapieform zu machen.
