Gewinnoptimierung

Der VDLS möchte Euch in dieser Rubrik Hilfestellungen für eine erfolgreiche Unternehmensführung anbieten. Da der Erfolg einer Praxis immer mit den Angestellten verbunden ist, fließen deren Belange mit ein.

Renten-/Krankenversicherung

Heutzutage unterliegt jeder Arbeitnehmer und auch jeder Selbstständige* der Renten- (RV 18,7%) und der Krankenversicherungspflicht (KV 14,6%). Nicht unerheblich ist zudem die Pflegeversicherung mit 2,35 %

(Stand 2016)

 

Siehe dazu -> www.lohn-info.de

 

*Ausnahme bei der Rentenversicherungspflicht: Selbstständige ohne Mitarbeiter, die bereits vor dem 01.04.2012 nicht pflichtversichert waren und Selbstständige mit versicherungspflichtigen Mitarbeitern.

 

Um nun im Folgenden die Rechnung etwas zu erleichtern werden gerundete Beitragssätze verwendet.

 

Kosten der Krankenversicherung und Einsparmöglichkeiten

 

In den ersten 1-2 Jahren einer Selbstständigkeit kann man sich zu verbilligten Pauschalbeitragssätzen versichern. Diese betragen monatlich ca. 300 € für die KV und ca. 240 € für der RV. Liegt jedoch das tatsächliche zu versteuernde Einkommen entsprechend hoch, dann werden die rund 15% der KV im vollem Umfang fällig.

 

Wir nehmen hierzu eine erfolgreiche (!) Einzelpraxis mit jährlich 60.000€ Umsatz an. 30% hiervon sind im Durchschnitt die Kosten einer Praxis, sodass für den Beitrag 38.000€ veranschlagt werden.

 

Unser KV Beitrag: 38.000€ x 15 %  = 5.700 € : 12 = 475 € Monatsbeitrag

 

Einsparvorschlag: Private Krankenversicherung

 

Z.B monatlicher Beitrag 250 € abhängig vom Beitrittsalter und Gesundheitszustand. Nachteil: Die Beiträge zur PKV steigen mit zunehmenden Alter und die PKV kann im Rentenalter sehr teuer werden.

 

Alternative: Um diesen Nachteil auszugleichen, könnte man die Ersparnis von rund 200 € in einer Rürup-Rente anlegen. Dies hätte den Vorteil, dass man 82% dieses Beitrages steuerlich absetzen kann; also immerhin 164 € im Monat bzw. 1.968 € im Jahr. Dies würde bedeuten, dass statt des zu versteuernden Einkommens von 38.000 € nur noch 36.000 € zu versteuern wären. Bei einem Steuersatz von 20 % zahlt man also 400 € weniger Steuern.

 

Zusammen mit der jährlichen Ersparnis durch die PKV von 2.400 € sind das also schon 2.800 €, die man für sich selbst behält. Den Großteil dieser Summe hat man zwar nicht mehr in der Geldbörse – man sieht sie aber im Rentenalter wieder.

 

Faustformel für Beiträge zur RV: Nehmt die eingezahlte Summe und teilt sie durch 20 Jahre und dann 12 Monate. Das ergibt dann die Rente aus der eingezahlten Summe. Nach unserem Rechenbeispiel würde man somit mit jedem Jahr, in dem man die Ersparnis aus der PKV in Rüruprente anlegt seine Rente um 10 € monatlich steigern.

 

Das hört sich zunächst nach sehr wenig an. In 30 Jahren macht das aber immerhin eine um 300 € höhere Rente! Zusammen mit einer kleinen Verzinsung kann dass sogar schon 400 € oder mehr sein. Damit hätte man dann die höhere Belastung der PKV im Rentenalter etwas ausgeglichen. Weniger Steuern gezahlt. Und besser Leistungen im Krankheitsfall erhalten.