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Grundlohnsumme

  • Die Summe aller in einem Jahr in Deutschland gezahlten Löhne, Gehälter und Rentenbeiträge (brutto) nennt man Grundlohnsumme. Diese Grundlohnsumme spielt auch bei den Preisverhandlungen über Vergütungssätze für Sprach- und Sprechtherapien eine wichtige Rolle.
  • Als prozentualer Abzug von den Löhnen, Gehältern und Renten (Sozialversicherungsbeiträge) werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung an die Krankenkassen abgeführt. Die Krankenkassen verwenden diese Beiträge nicht - wie früher - zur direkten Abrechnung mit den Leistungserbringern sondern führen diese zunächst an den Gesundheitsfonds ab.
  • Der Gesundheitsfonds leitet diese Gelder nach einem Verteilschlüssel an die Krankenkassen zurück. Damit sollen z.B. die unterschiedlichen Belastungen der Kassen durch chronische Erkrankungen ausgeglichen werden.
  • Das Sozialgesetzbuch V bestimmt u.a., dass die Lohn- und Gehalts-Abzüge für die Krankenversicherung sich nicht erhöhen sollen (Beitragsstabilität). Das heißt, grundsätzlich müssen mindestens 95% der KV-Ausgaben durch den Gesundheitsfonds gedeckt werden. Ist dies nicht der Fall, können Zusatzbeiträge der Versicherten festgesetzt werden.
  • Durch die Grundlohnsummenbindung waren Vergütungsverbesserungen für unsere Berufsgruppe in den vergangenen Jahren jeweils nur bis maximal zur prozentualen Erhöhung der Grundlohnsumme möglich. Doch selbst dieser enge Rahmen wurde in den letzten Jahren bei den Preisverhandlungen der Verbände mit den Kassen nicht konsequent ausgeschöpft. Und eine wirkliche Verbesserung der Einkommenssituation von Sprach- und Sprechtherapeuten war durch die Grundlohnsummenbindung nicht möglich.
  • Mit dem vorübergehenden Wegfall der Grundlohnsummenbindung in den Jahren 2017 bis 2019 ergibt sich eine - möglicherweise einmalige und befristete - Chance, eine spürbare Verbesserung der Existenzgrundlagen unseres Berufsstandes zu erreichen. Die befristete Abkopplung von der Grundohnsummenbindung wurde mit der Verabschiedung des -> HHVG am 16.02.2017 rechtskräftig.

Gesundheitsfonds

  • Ein Blick auf die Verteilung der jährlich ca. 200 Mrd. € aus dem Gesundheitsfonds macht deutlich, welche Kosten wo im System entstehen.
  • Mit gerade einmal 0,25 % belasten Sprach- und Sprechtherapien zurzeit den Gesundheitsfonds in verschwindend geringem Maße.
  • Und obwohl man über den Sinn eines solchen direkten Vergleichs streiten kann, wird doch deutlich, dass sich mit einer deutlichen Korrektur der Vergütungen für Sprachtherapie
    • einerseits für eine gesamte Berufsgruppe sichere Lebensgrundlagen schaffen lassen würden und
    • andererseits für das gesamte System ein kaum spürbare Mehrbelastung entstände

Vorsicht - Satire

Nicht mehr ganz aktuell - aber grundsätzlich funktioniert der Gesundheitsfonds so, wie Volker Pispers es hier erklärt. (Quelle: YouTube)