Stichworte: Anzahl der sprachtherapeutischen Praxen bzw. TherapeutInnen (Aktualisierung am 13.6.2017)

Zahlen · Daten · Fakten

1. Sterben wir aus?

In Deutschland gibt es
9.855 Sprachtherapeutische-Praxen
9.010 Ergotherapie Praxen
41.966 Physiotherapie-Praxen

 

In jeder Praxis arbeiten durchschnittlich
1,6 in LogopädInnen/SprachtherapeutInnen

5,3 in ErgotherapeutInnen
3,4 in PhysiotherapeutInnne


Somit gibt es in Deutschland (Teilzeitstellen addiert zu Vollzeitstellen)

ca. 15.800 berufstätige Sprachtherapeuten, die aufgrund ärztlicher Verordnungen arbeiten und mit den Kassen abrechnen.

Hinzu kommen ca. 3.000 TherapeutInnen in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen, die aus anderen

Quellen bzw. über Fallpauschalen (DRGs) bezahlt werden.

 

4.500 TherapeutInnen sind im Facebook-Forum "die Logos" Mitglied

400 TherapeutInnen sind im VDLS organisiert


In den Jahren 2014 - 2016 wuchsen diese Bereiche so:
+ 900 SprachtherapeutInnen

+ 2.000 ErgotherapeutInnen
+ 5.000 PhysiotherapeutInnen

 

Liebe Öffentlichkeit, liebe Politiker, liebe Ärzte. Helft uns, damit die Sprachtherapeuten nicht aussterben!

 

Entwicklung der Schülerzahlen von 2002 bis 2015 in NRW.
<- Bild bitte anklicken zur Vergrößerung.


2. Was vom Tage übrig bleibt

Die durchschnittliche Vergütung einer Therapie von 45 Minuten beträgt in NRW
38,00 €


Der durchschnittliche Gewinn einer Heilmittelerbringer Praxis in Deutschland beträgt 33%. Das sind
12,54 € pro Therapie a 45 Minuten.

 

Ein Selbstständiger in Deutschland hat im Schnitt 36% Sozialabgaben wie z.B. KV und RV.
Und zahlt im Schnitt 22,5 % Steuern. Das sind
7,34 €


Somit hat die/der selbstständige SprachtherapeutIn einen Nettolohn von
5,20 €


Wenn in einer Praxis 2 Personen tätig sind, die pro Woche je 40 Therapien* schaffen,
erwirtschaften sie somit in 42 Wochen (Urlaub, Feiertage, Ferien und Krankheit berücksichtigt)
ein monatliches Nettoeinkommen von
1.456 €

Dies entspricht wiederum einem Bruttoeinkommen einer/s Angestellten von ca.
2.167 €

 

*wobei sich durch die unbezahlte Vor- und Nachbereitungen, Telefonate, Berichte, Fortbildungen,
Abrechnungen und -> viele weitere Faktoren eine effektive Arbeitszeit von weit mehr als 40 Zeitstunden ergibt

 


3. Das Märchen vom Ost-West-Gefälle

Im Argumentations-Koffer der Krankenkassen nimmt das West-Ost-Gefälle oder - je nach Betrachtungsweise - das Süd-Nord-Gefälle bislang immer eine wichtige Rolle ein. Mit dem Argument, dass es sich in Bayern ja erheblich teurer lebt als z.B. in Thüringen werden die teilweise drastischen Vergütungsunterschiede zwischen den einzelnen Kammer- bzw. Kassenbezirken begründet. Und vermutlich wird die Wiedervereinigung noch an ihrem 100sten Jahrestag als Argument herhalten müssen, wenn es nicht gelingt, dieses willkürliche und ungerechte System abzuschaffen.

 

Keine Frage, München ist ein teures Pflaster. Aber die weiß-blaue Metropole stellt mit 300 km2 nicht einmal 0,5% der Fläche des südlichsten Bundeslandes dar. Und in Pumpernudl dürften die Lebenshaltungskosten auch nicht höher sein als in Leipzig-City.
Auch im direkten Metropolen-Vergleich nähern sich z.B. die Wohnraumkosten stark an, wie die Sozialerhebung (s.u.) des Deutschen Studentenwerks zeigt.

 

Der VDLS fordert daher die sofortige Abschaffung der unterschiedlichen Preislisten und die Anhebung der Vergütungen für Sprach- und Sprechtherapie auf ein einheitliches, höheres Preisniveau in allen Bundesländern (s. auch -> Statuten) mit ausschließlich positiven Folgen für unser Sozialversicherungssystem:

  • Leistungsgerechte, einheitliche und existenzsichernde Vergütung in allen Bundesländern
  • Klarheit und Transparenz durch einheitliche, bundesweit geltende Preislisten
  • Große Einspareffekte durch den Wegfall unnötiger, zeit- und kostenträchtiger regionaler Verhandlungsrunden

<- Abbildung ist mit Klick vergrößerbar

 

Rangfolge der Hochschulstädte nach der Höhe der Miete und Nebenkosten.
(Quelle: -> 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt durch das HIS-Institut für Hochschulforschung 2012)


4. Quellen

Statistisches Bundesamt · Gesundheitspersonal 2015

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Heilmittelbericht 2016 · WIDO, Wissenschaftliches Institut der AOK

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Heilmittelbericht 2017 · WIDO, Wissenschaftliches Institut der AOK

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wido_hei_hmb17_aktualisierte_fassung_121
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Landesberichterstattung Gesundheitsberufe Nordrhein-Westfalen 2015
Entwicklung_Gesundheitsberufe_NRW_2015.p
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